Bildung für alle - Schule für alle

 

Auszüge aus dem Beschluss des Landesvorstandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vom 29. November 2006 zum hohen Stellenwert der Einbeziehung des gymnasialen Bildungsganges in die Sekundarstufe I der Integrierten Gesamtschulen

 

Ein integratives Schulsystem für Rheinland-Pfalz

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Integrierte Systeme mit allen drei Bildungsgängen wurden in den letzten Jahren von Eltern, von engagierten PädagogInnen und KommunalpolitikerInnen, die in ihrer Kommune alle drei Bildungsgänge anbieten wollen, geschaffen und verteidigt.

Der kritische Punkt für das Funktionieren und das Selbstverständnis dieser integrierten Systeme ist der Schulbesuch von Kindern aus bildungsbürgerlichen Milieus. Sie bringen stabilisierende soziale Erfahrungen und notwendiges intellektuelles Anregungspotential in die Lerngruppe ein.

Gute integrierte Gesamtschulen haben deshalb Konzepte integrativen Lernens entwickelt, die in komplexen Lernaufgaben auch immer das gymnasiale Niveau anbieten und so für alle SchülerInnen optimale Lernbedingungen schaffen. Die Gelingensbedingung für derartige didaktische Konzepte, die hinreichend sozial heterogene Lerngruppe, droht zu kippen, wenn in einer nichtgymnasialen Säule eines Zweisäulen-Modells der prozentuale Anteil von Kindern aus bildungsbürgerlichen Milieus sinkt.

Da Eltern aus diesen Milieus sich bei der Schulwahl nicht an einer Idee orientieren, sondern in der Regel genauestens in der Praxis prüfen, ob die Bildungsangebote für ihr Kind stimmen, ist eine sich beschleunigende soziale Desintegration der nichtgymnasialen Säule zu befürchten. Dort, wo sie bereits existiert, löst sich die Integration also von innen auf. Der Hinweis auf die formale Gleichberechtigung der Abschlüsse in diesen Säulen nutzt da wenig.

Eine Bildungsreform mit dem Ziel der Integration kann deshalb nicht auf die prinzipielle Einbeziehung des gymnasialen Bildungsganges verzichten. Ein Zwei-Säulen-Modell ist deshalb der Weg in die falsche Richtung.

Statt eines neuen (alten) zweigliedrigen Schulsystems in der Sekundarstufe I benötigen wir:

- die Chance der Ausweitung und Neugründung von Schulen, die von sich sagen: Wir werden nicht selektieren. Das entspricht unserer Schulphilosophie. Wir bieten alle drei Bildungsgänge, den Hauptschulbildungsgang, den Realschulbildungsgang und den gymnasialen Bildungsgang in curricularer Verzahnung an.

Wir entwickeln von Anfang an dazu die entsprechenden didaktischen sowie pädagogischen Konzepte des gemeinsamen Lernens in heterogenen Lerngruppen. Wir weisen nach, dass wir damit alle Kinder und Jugendlichen optimal fördern können. Wir stellen uns damit der Rechenschaftslegung und öffentlichen Diskussion. Wir werben deshalb auch Kinder aus allen Schichten. Alle sind uns willkommen, die die Versetzung in die Klasse 5 geschafft haben. Wir integrieren darüber hinaus auch SchülerInnen mit Behinderungen.

Auch dazu haben wir Konzepte, Ressourcen und ausgebildetes Personal. Unser Ziel ist die inklusive Schule...

 

Quelle:

GEW-Broschüre:

 „Gemeinsam lernen in EINER Schule für ALLE“ Integrierte Gesamtschulen in Rheinland-Pfalz